Goldschmiede-Meisterschaft

Jedes Jahr findet in der Schweiz ihm Rahmen der Swiss Skills die Meisterschaft der Goldschmieden statt.

Hier ist alles Gold was glänzt

20.03.11
Im Terrassensaal des Kunstmuseums Luzern KKL fand am Montag 14. März die Preisverleihung der Schweizer Goldschmiede-Meisterschaft 2011 statt. In den Sparten Design und Technik sind 79 Arbeiten der Goldschmiede im vierten Lehrjahr hergestellt worden. Fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Gross war die Spannung unter den jungen Goldschmiedinnen und Goldschmieden. Aufgrund der hohen durchschnittlichen Qualität in Gestaltung und Handwerk war die Ausgangslage offen. Die Preise sind mit 1000.- bis 4000.- Franken dotiert. Zusätzlich hat die Jury für vier herausragende Leistungen Belobigungen vergeben.

Frage zur Nachhaltigkeit als Thema in der Sparte Design

„The fragile Beauty of the Sea“ hiess das diesjährige Thema der Meisterschaft in Design. Es wurde die Frage gestellt, welchen Preis die Menschheit bereit ist, für Schönheit zu bezahlen. Wir kennen das Meer in seiner Ruhe, Vielfalt, Zerbrechlichkeit, Zerstörungskraft und Schönheit. Eine unglaubliche Vielzahl an Tieren, Pflanzen und klimatischen Bedingungen spielen zusammen und lassen zum Beispiel die Einzigartigkeit von Perlen entstehen. Das fragile Ökosystem der Weltmeere in all ihrer Zerbrechlichkeit und Schönheit ist heute von Klimawandel, Ausbeutung und Verschmutzung bedroht. Wie weit sind wir selbst bereit, uns um Schönheit zu bemühen. Zu dieser Thematik wurden 38 tragbare Schmuckstücke mit einem passenden Konzept hergestellt. Die Teilnehmenden haben ihre Kreationen in Edelmetall angefertigt. Viele Begleitmaterialien wie Hölzer, zusätzliche Edelsteine oder Kunststoffe waren erlaubt und wurden vielfältig genutzt. Im Wettbewerb 2011 sind je fünf Tahiti-Kulturperlen kostenlos von Frieden Creative Design in Thun zur Verfügung gestellt worden und mussten zwingend verarbeitet werden.

Avantgardistische Umsetzung im Designwettbewerb

Die Gewinnerstücke wurden allesamt von jungen Frauen geschmiedet. Marion Froidevaux vom Atelier Yves Perrelet in Lausanne hat mit Ihrem Halsreif „Amnémosie“ den Grossen Preis nach Hause tragen dürfen. Ihr Halsreif mit dem Titel „Amnémosie » zeigt plakativ Kontraste. Als Sklavenhalsreif für den vermeintlich freien Menschen ist das Stück schwer gearbeitet, damit man dessen Anwesenheit nicht vergisst. Die Fangarme der Anemone sind geschmeidig und gefährlich zugleich und setzen sich im Spiegel des Silbers optisch in den Hals der Trägerin fort. Die handwerklich anspruchsvolle Idee der organischen Anemone wurde gestalterisch hochwertig in Szene gesetzt. Der Mensch macht sich so zum Gefangenen seiner eigenen Welt.

Gewinnerin des Konzeptpreises heisst Sonja Rüger vom Goldschmiedeatelier Schuppisser in Winterthur. „VerHANDwortung“ heißt ihr Handschmuck. Wir haben es in der Hand – Bewahrung oder Zerstörung. Je nach dem wie wir unsere Hand und damit den Schmuck wenden, kümmern wir uns um unsere Welt an der Luft oder um jene unter dem Wasser.

Schweizermeister in Technik

Für die technische Schweizermeisterschaft mussten die Teilnehmenden ein vorgegebenes Stück in 750 Geldgold innert 22 Stunden herstellen. Gemäss einer technischen Zeichnung und einem Vorlagestück wurde von Freitag bis Sonntag in Luzern präzise Arbeit geleistet. In der Werkstatt der Berufsschule Weggismatt wurde an 22 Arbeitsplätzen eifrig gearbeitet. Wohnen durften die Teilnehmenden des Technikwettbewerbs in dieser Zeit in der Jugendherberge Luzern.

Weitere Bilder der Schmuckstücke finden Sie unter diesem Link: http://www.goldschmiede-meisterschaft.ch/sm2011

Aus den News:

Berner Goldschmied glänzt im Beruf
BernDer Goldschmiedelehrling Joshua Ritler hat an der Schweizer Meisterschaft zwei Hauptpreise in den zwei geprüften Kategorien Technik und Design gewonnen. Das hat vor ihm noch keiner geschafft.

Weiter Videos zum Thema Goldschmied und Eheringe gibt es hier zu finden.